Wenn man in die Siedlung „Am Schelmsgraben“ fahren will, führt der Weg am südöstlichen Stadtende über die „Von-und-zu-Franckenstein-Straße“.

 

Die Straße wurde dem früheren Landrat des damaligen Kreises Scheinfeld, Georg Freiherr von und zu Franckenstein gewidmet. Er wurde 1898 in Nördlingen geboren und verstarb 1965 in Würzburg. Die Familie von Franckenstein entstammt einem alten Adelsgeschlecht aus Hessen. Nach Übernahme des Herrschaftssitzes Ullstadt im 17. Jahrhundert bestätigte Kaiser Leopold I. die reichsunmittelbare Stellung der Familie und erhob sie 1670 zu Reichsfreiherren. Diesen Titel führt die Familie seither.

 

Ein weiterer bedeutender Franckenstein war Bischof Philipp Anton, dessen fürstbischöfliches Wappen den Eingang des prächtigen Barockschlosses Ullstadt heute noch ziert. Georg von und zu Franckenstein wurde von der US-Militär-Regierung 1945 zum Landrat ernannt und in diesem Amt zweimal bestätigt. Neben seiner Landrats-Tätigkeit war er von 1950 bis zu seinem Tod 1965 für die CSU Mitglied des Bayerischen Landtags. Der Diplom-Landwirt von und zu Franckenstein war Mitbegründer des ayerischen Bauernverbandes und 1957 wurde er und seine Gattin in den „Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem“ aufgenommen.

 

Große Verdienste erwarb er sich als Landrat bei der Aufnahme und Unterbringung der vielen Vertriebenen und Flüchtlinge, er setzte sich für die Verbessserung der zerstörten Infrastrukturen ein und sorgte für funktionierende Verwaltungsabläufe. Er verhandelte dabei intensiv mit der Besatzungsmacht und setzte sich für die Schaffung von Arbeitsplätzen ein.