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Die Stadt Scheinfeld hat gemeinsam mit dem Institut für Energietechnik IfE GmbH an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden eine kommunale Wärmeplanung nach Kommunalrichtlinie erarbeitet.

Die Initiative erfolgte bereits vor Inkrafttreten des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) als geförderte Maßnahme des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Ziel war es, einen zukunftsfähigen Plan zu entwickeln, der die Wärmeversorgung im Gemeindegebiet langfristig ohne fossile Energieträger sicherstellt und dabei bereits die gesetzlichen Vorgaben des Bundes und des Landes Bayern berücksichtigt. Im Mittelpunkt der Planung steht das langfristige Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045.

Die strategische Ausrichtung sieht vor, fossile Energieträger wie Heizöl, Erd- und Flüssiggas schrittweise durch erneuerbare Alternativen zu ersetzen und die Energieeffizienz im Gebäudebestand zu steigern. Die Wärmeplanung soll als Entscheidungsgrundlage für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und weitere Betroffene dienen und Transparenz über bestehende und zukünftige Optionen schaffen. Die Bestandsanalyse zeigt, dass im Jahr 2023 der gesamte Endenergieverbrauch für Wärme in der Kommune bei ca. 56 Mio. kWh lag. Davon wurden etwa 45,4 % durch Heizöl gedeckt, während rund 18,0 % der benötigten Wärme aus Biomasse stammten. Erdgas hatte einen Anteil von etwa 22,5 %, Flüssiggas 9,8 %, Strom 1,2 %, Solarthermie 1,6 % und Umweltwärme 1,4 %. Kohle wurde mit ca. 0,001 % berücksichtigt. Die privaten Haushalte sind mit etwa 78,7 % die Hauptverbraucher von Wärmeenergie, gefolgt von Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie mit 16,8 % und kommunalen Liegenschaften mit 4,5 %. Die Treibhausgasbilanz verdeutlicht, dass rund 95,4 % der Emissionen im Wärmesektor auf Heizöl, Erdgas, Flüssiggas und Kohle zurückzuführen sind, während Biomasse und Strom einen deutlich geringeren Anteil ausmachen.

Im Rahmen der Potenzialanalyse wurden verschiedene lokale Alternativen zur nachhaltigen Wärmeversorgung untersucht. Die Gemeinde verfügt über ein technisches Gesamtpotenzial holzartiger Biomasse von etwa 12,8 Mio. kWh pro Jahr, wobei Waldderbholz den größten Anteil ausmacht. Die Nutzung von Solarthermie und Umweltwärme wird als ergänzende Option betrachtet, wobei bereits 190 Solarthermieanlagen installiert sind.

Für die Entwicklung sieht der Wärmeplan vor, dass diverse Teilgebiete der Gemeinde als Gebiete für dezentrale Wärmeversorgung eingestuft werden. Die dezentrale Versorgung über Wärmepumpen, Pelletheizungen oder andere erneuerbare Systeme stellt dort die wirtschaftlich und ökologisch sinnvollste Variante da. In den übrigen Teilgebieten kann gegenwärtig nicht ausgeschlossen werden, dass dort zusätzlich ggf. Wasserstoff über das Gasverteilnetz zur Verfügung stehen wird oder sogar ein Wärmenetz eine weitere Option zur Wärmeversorgung der Gebäude darstellt. Diese Gebiete sind als sogenannte Prüfgebiete deklariert, bis Klarheit herrscht. Die Einteilung in Wärmeversorgungsgebiete an sich ist rein informativ. Ein rechtlicher Anspruch auf den Anschluss resultiert nicht daraus.

 

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Kommunale Wärmeplanung

Die kommunale Wärmeplanung soll die Bürger, sowie Unternehmen und andere Betroffene über bestehende und zukünftige Optionen zur Wärmeversorgung vor Ort informieren und als Entscheidungsgrundlage dienen.

Abschlussbericht Kommunale Wärmeplanung PDF, ca. 6 MBDownloadgröße
Broschüre des Abschlussberichtes zur Kommunalen Wärmeplanung

 

Durch die gesetzlich vorgeschriebene Pflicht zur Überprüfung und Überarbeitung der Wärmepläne ist sichergestellt, dass neue gesetzliche, technische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen bei der Wärmeplanung berücksichtigt werden.

 

Projektdaten: 

Vorhaben:
KOMMUNALE WÄRMEPLANUNG für die Stadt Scheinfeld
Bearbeitungszeitraum:
März 2025 bis Februar 2026
Auftraggeber:
Stadt Scheinfeld
Ausführende Stelle:
Institut für Energietechnik IfE GmbH an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden
Projektleiter:
Andreas Artmann
Weitere Informationen:
Gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

 

Nationale Klimaschutzinitiative:
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

 

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