Sie verläuft von der Kirchstraße, nahe Marktplatz, links nach Westen und mündet, wiederum in der Kirchstraße, in der Nähe des Reisebüros.

 

Manche Ur-Scheinfelder kennen diese Gasse noch mit ihrem alten Namen: Die Weet. Diese uralte Bezeichnung für ein sumpfiges, nasses Gebiet steckt auch in der englischen Bezeichnung „wet“ und heisst dort auch dasselbe. Die lange Gasse war schon immer hochwasserbedroht und ist nicht selten kniehoch unter Wasser gestanden. Ist sie doch so ziemlich das tiefliegendste Gelände in der Stadt und der Scheinebach hat die Häuser vielfach besucht und ausgiebig gewässert. Deshalb wurden früher im Erdgeschoß nur Werkstätten und Abstellräume eingerichtet. Erst nach der Scheineregulierung und später mit der Hochwasserfreilegung 2011 konnten sich die Anwohner sicher fühlen.

 

Im Jahre 1462 kurz nach Fertigstellung der Stadtbefestigung wurde Scheinfeld durch die Landsknechte des Würzburger Bischofs bedroht und die Häuser in der langen Gasse angezündet. Bei diesem Überfall wurden auch die Stadttore zerstört und der Ort geplündert, das hat unser Städtchen lange nicht verkraftet. Ein Relikt aus dieser Zeit ist der Henkersturm. Er stand außerhalb der Mauern und steht heute noch zwischen langer Gasse und Stadtmühlweg.

 

In der Zeit bis vor den Weltkriegen bestanden dort, um die aufragende Kirche herum, viele Bauernhöfe. Damals gab es etwa 88 landwirtschaftliche Betriebe im Stadtgebiet Scheinfeld. Der Hauptverkehr läuft in der Kirchstraße und die parallel laufende Lange Gasse ist meist davon verschont, daher kennen sogar viele Einheimische diese Gasse in ihrer ganzen Länge kaum. Dabei war sie sogar schon einmal in der Zeitschrift „Hör zu“ und wurde dem ganzen deutschen Publikum präsentiert. Das ist allerdings schon sehr lange her, nämlich 1959 und zeigt eine Idylle, die vielleicht für unser fränkisches Städtchen typisch ist.

Und das Ganze unter der Überschrift: „Blick in die Welt . . .“